Rezension

“Ist ja nur Eins!?” von Tracey Corderoy

Werbung / Rezensionsexemplar
Über das Buch:
 

Titel: Ist ja nur Eins!?

Autor: Tracey Corderoy

Verlag: Penguin Junior

Genre: Kinderbuch

Seiten: 36

Erscheinungstermin: 

Format: gebundene Ausgabe

Preis: 14,00€

ISBN: 978-3-328-30049-6

Klappentext

In Sunnyville ist es sauber, schön und ordentlich. Jedes Tier ist willkommen und alle fühlen sich wohl. Bis Rhino ein Bonbonpapier auf den Boden wirft! „Macht doch nix!?“, denkt er sich. „Ist ja nur eins.“ Aber was passiert, wenn jeder so denkt?

 

Schon bald wird es in Sunnyville immer schmutziger, lauter und ungemütlicher. Und alle haben schlechte Laune … Wie können die Tiere aus diesem Schlamassel nur wieder herauskommen?

Cover

Passt ausgezeichnet zur Geschichte und der Stil der Illustration macht auf das Buch neugierig.

Meine Meinung

Wow! Ich glaube schöner kann man eine Message nicht vermitteln. Ich bin ganz verzaubert von den Illustrationen und der Geschichte.

In Sunnyville ist es eigentlich wunderschön, doch mit der Zeit wird es immer unschöner in der Stadt und die Bewohner fühlen sich nicht mehr wohl. Das ist dem zu schulden, der nur an sich denkt und keine Rücksicht auf sich und seine Umwelt nimmt.

Als Beispiel gibt es Rhino, der einfach ein Stück Papier auf dem Boden wirft mit der Rechtfertigung, dass es eben nur eins sei. Daraufhin folgt die Giraffe die eine Blume pflückt und der Pinguin der laut Musik hört. Doch wenn es einer macht, dann können das doch auch alle oder nicht? Und so führt das Eine zum Anderen.

Irgendwann ist es nicht mehr schön, voller Müll und laut in Sunnyville und alle Tiere fühlen sich furchtbar. Doch eines Tages kommt die Maus auf eine Idee und pflanzt eine Blume. Eine Einzige und die Bewohner von Sunnyville sind so begeistert, dass sie direkt umdenken. Gemeinsam packen alle an und machen ihre Stadt wieder zu dem schönen Ort, der sie mal war.

Ich habe die Illustrationen und die Charaktere der Geschichte sehr gemocht. Das Buch könnte man auch ohne Text lesen, denn alleine durch die Mimik und die Gestik der Tiere lässt sich erkennen, wie sie sich fühlen. Wirklich gut umgesetzt!

Die Bilder sind nicht überladen und stehen im Vergleich zum Text im Vordergrund. Auf jedem Bild gibt es tolle kleine Details und teilweise findet man auch versteckte Kleinigkeiten zum lachen.

Doch das Wichtigste hinter der Geschichte ist die Botschaft, aufeinander Rücksicht zu nehmen und nicht nur an sich zu denken und ich finde die kommt wirklich wunderbar rüber und selbst ein kleines Kind erkennt, wieso die Stadt plötzlich nicht mehr schön ist.

Zum Ende der Geschichte gibt es dann ein paar Seiten mit Tipps, wie man auf andere Rücksicht nehmen kann. Meiner Meinung nach hätte man das aber auch weglassen können, weil die Story allein schon genug aussagt und es, wie ein Regelwerk für Kinder wirkt, wie sie sich zu Verhalten haben. Wären es ein paar Tipps gewesen, dann wäre es für mich voll ok gewesen, aber an der Zahl sind es ganze 13 Stück und sie wirken auch eher wie Regeln.

Sie sollen aufzeigen, wie man ein guter Nachbar wird und somit auch, wie man mit Müll umgeht, wie man auf den Park achtgibt und wie man sich leiser verhalten kann. Finde ich persönlich für ein Kinderbuch ab 4 Jahren zu viel.

Hier mal ein paar Beispiele nur zu dem Thema Musik:

  • “versuche daher, auf deine Mitmenschen acht zu geben, wenn du mit deinen Freunden spielst.”
  • “Versuche daher die Lautstärke von Fernseher und Musikanlage nicht zu laut zu drehen.”
  • “Versuche daher nicht in der Wohnung herumzutrampeln, wenn unter dir jemand wohnt.”

Untermalt werden diese Tipps mit kleinen Tierillustrationen, die diese Aussagen noch bekräftigen, in dem in den Sprechblasen Dinge, wie ,,Ich bin freundlich!” oder ,,Ich teile mein Spielzeug mit anderen!”stehen.

Natürlich sind diese Tipps alle richtig und sorgen auch daür, dass die Nachbarn einen sicher wahnsinnig toll finden, aber kann ein Kind nicht einfach spielen ohne ständig daran zu denken, dass es etwas falsch macht? Sollen sie sich beim Spielen an das Buch erinnern und denken ,,Oh verdammt, unter uns wohnt jemand und ich bin vom Sofa gesprungen? Ob die Nachbarn mich jetzt noch mögen?”. Natürlich ist das übertrieben dargestellt, aber wenn dieses Buch ein Lieblingsbuch werden sollte, dann finde ich es nicht gut, wenn man seinem Kind ständig diese Regeln predigt.

4/5
4/5

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